Nabelpflege beim Neugeborenen

Nabelpflege beim Neugeborenen klingt aufwendiger, als sie ist. Der kleine Rest der Nabelschnur trocknet nach der Geburt von selbst ein und fällt nach einiger Zeit ab. Deine Aufgabe ist vor allem, ihn sauber und trocken zu halten und auf Warnzeichen zu achten. Den Rest erledigt der Körper deines Babys.

Was mit dem Nabelschnurrest passiert

Nach der Geburt wird die Nabelschnur abgeklemmt und durchtrennt. Zurück bleibt ein kleiner Stumpf, der zunächst feucht und gelblich aussieht. In den folgenden Tagen trocknet er ein, wird dunkler, hart und schrumpelig. Meist fällt er innerhalb der ersten zwei Wochen ab, manchmal etwas früher oder später. Das ist nicht schmerzhaft für dein Baby, denn im Nabelschnurrest gibt es keine Nerven.

Nach dem Abfallen kann der Nabelgrund noch ein paar Tage etwas feucht sein oder ein winziges bisschen bluten. Auch das ist meist normal und heilt in Ruhe ab.

So pflegst du den Nabel richtig

Heute wird in Deutschland überwiegend die sogenannte trockene Nabelpflege empfohlen. Das bedeutet: so wenig wie möglich daran machen. Puder, Salben oder Desinfektionsmittel sind bei einem unauffälligen Nabel in der Regel nicht nötig. Halte dich bei der Pflege an das, was dir deine Hebamme oder die Klinik geraten hat.

  • Hände waschen, bevor du den Nabelbereich berührst
  • Trocken halten: Den Windelrand unterhalb des Nabels umschlagen, damit kein Urin oder Stuhl an den Nabel kommt
  • Luft ranlassen: Locker sitzende Kleidung, die nicht scheuert
  • Bei Verschmutzung: Mit klarem, lauwarmem Wasser vorsichtig reinigen und danach sanft trocken tupfen
  • Nicht ziehen: Auch wenn der Rest nur noch an einem Faden hängt, lässt du ihn von selbst abfallen

Baden mit Nabelschnurrest?

Ob du dein Baby baden darfst, bevor der Nabel abgefallen ist, wird unterschiedlich gesehen. Manche Hebammen raten, bis dahin nur zu waschen, andere halten ein kurzes Bad für unproblematisch, wenn der Nabel danach gut getrocknet wird. Sprich das am besten mit deiner Hebamme ab. Eine sanfte Katzenwäsche mit dem Waschlappen ist in jedem Fall eine gute Lösung für die ersten Tage.

Wann zum Kinderarzt?

Ein Nabel, der gerade abheilt, sieht nicht immer hübsch aus. Ein leicht unangenehmer Geruch beim Eintrocknen oder ein kleiner Blutstropfen sind oft harmlos. Es gibt aber Zeichen, bei denen du nicht abwarten solltest. Melde dich bei deiner Hebamme oder deiner Kinderarztpraxis, wenn dir eines davon auffällt:

  • Die Haut rund um den Nabel ist gerötet, geschwollen oder warm, und die Rötung breitet sich aus
  • Aus dem Nabel kommt Eiter oder er riecht deutlich übel
  • Der Nabel blutet mehr als ein paar Tropfen oder hört nicht auf zu bluten
  • Es bildet sich eine feuchte, rötliche Wucherung im Nabelgrund, die nicht abheilt
  • Der Nabelschnurrest ist nach etwa drei Wochen noch nicht abgefallen
  • Dein Baby hat Fieber, trinkt schlecht oder wirkt ungewöhnlich schlapp

Gerade bei Neugeborenen gilt: Fieber, Trinkschwäche oder auffällige Müdigkeit sind immer ein Grund, sofort ärztlichen Rat einzuholen. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall wählst du 112.

Nabelbruch: kein Grund zur Panik

Manchmal wölbt sich der Nabel nach dem Abheilen vor, besonders beim Schreien oder Pressen. Dahinter steckt oft ein kleiner Nabelbruch. Das sieht beunruhigend aus, ist bei Babys aber häufig und bildet sich oft von selbst zurück. Zeig ihn bei der nächsten Vorsorge deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt. Wird die Vorwölbung hart, verfärbt sich oder hat dein Baby dabei offensichtlich Schmerzen, lass es sofort untersuchen.

Die meisten Nabel heilen ganz ohne Komplikationen. Ein bisschen Geduld, Luft und ein umgeschlagener Windelrand: Mehr braucht es in der Regel nicht.

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