Baby wickeln: Tipps für die ersten Tage

Baby wickeln wirst du in den ersten Monaten so oft, dass du es bald im Halbschlaf kannst. Ganz am Anfang fühlt es sich trotzdem oft ungelenk an: Wo kommt die Windel hin, wie fest darf sie sitzen, und was ist eigentlich mit diesem schwarzen Stuhl? Hier bekommst du alles, was du für die ersten Tage wissen musst.

Der Wickelplatz: Sicherheit zuerst

Ob Wickelkommode, Wickelauflage auf dem Bett oder eine Matte auf dem Boden: Wichtig ist, dass du alles in Reichweite hast und dein Baby nie allein auf einer erhöhten Fläche liegt. Auch Neugeborene können sich plötzlich abstoßen und herunterrollen. Lass deshalb immer eine Hand an deinem Baby, wenn du nach etwas greifst.

  • Frische Windeln in passender Größe
  • Weiche Waschlappen oder Tücher und lauwarmes Wasser
  • Eine milde Wundschutzcreme für den Bedarf
  • Wechselkleidung und eine Unterlage
  • Ein Eimer oder Beutel für die gebrauchte Windel
  • Eine Wärmelampe oder ein warmer Raum, damit dein Baby nicht friert

So wickelst du Schritt für Schritt

Öffne die Windel und wische groben Stuhl schon mit dem vorderen, sauberen Teil der Windel nach unten weg. Dann reinigst du den Windelbereich mit Wasser und einem weichen Lappen. In den ersten Wochen reicht klares Wasser in der Regel aus, Feuchttücher sind für die empfindliche Haut nicht nötig.

Heb den Po sanft an, indem du die Hand unter den Po schiebst, statt an den Beinen zu ziehen. Das schont die Hüften. Schieb die frische Windel darunter, sodass der hintere Rand etwa auf Höhe der Taille liegt. Klapp den vorderen Teil zwischen den Beinen hoch und schließe die Klebestreifen. Zwischen Bauch und Windel sollten etwa zwei Finger passen. Die Bündchen an den Beinen ziehst du nach außen, damit nichts ausläuft.

Solange der Nabelschnurrest noch dran ist, faltest du den oberen Windelrand nach unten oder nutzt Windeln mit Aussparung. So bleibt der Nabel trocken und an der Luft.

Mädchen und Jungen: kleine Unterschiede

  • Mädchen: Immer von vorne nach hinten wischen, damit keine Keime aus dem Darm in Richtung Scheide gelangen. Weißlicher Belag oder etwas Ausfluss in den ersten Tagen sind durch die Hormone der Mutter häufig und meist harmlos.
  • Jungen: Die Vorhaut wird nicht zurückgeschoben. Penis und Hodensack einfach außen sanft reinigen. Den Penis beim Wickeln nach unten richten, damit der Urin nicht oben aus der Windel läuft.

Was in der Windel normal ist

In den ersten Tagen scheidet dein Baby das Kindspech aus, das sogenannte Mekonium. Es ist zäh und schwarzgrün. Danach wird der Stuhl heller, bei gestillten Babys oft senfgelb und weich, bei Flaschenkindern meist etwas fester. Die Anzahl der nassen und vollen Windeln ist ein wichtiger Hinweis darauf, ob dein Baby genug trinkt. Deine Hebamme fragt dich deshalb danach und sagt dir, worauf du achten solltest.

Ganz wichtig: In deinem gelben Kinderuntersuchungsheft findest du eine Stuhlfarbkarte. Ist der Stuhl deines Babys sehr hell, weißlich oder grau, sprich bitte zeitnah mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.

Wunder Po: vorbeugen und pflegen

Rötungen im Windelbereich kommen häufig vor. Oft helfen schon häufiges Wechseln, gründliches, aber sanftes Trocknen und ab und zu etwas Zeit ohne Windel. Eine dünne Schicht Wundschutzcreme kann die Haut zusätzlich schützen. Wird die Haut trotzdem immer röter, entstehen Pusteln, nässende Stellen oder scharf begrenzte rote Flecken mit Pünktchen am Rand, lass das ärztlich anschauen. Dahinter kann zum Beispiel eine Pilzinfektion stecken, die gezielt behandelt werden sollte.

Am Anfang dauert jeder Windelwechsel gefühlt ewig. Nach ein paar Tagen geht es schneller, und der Wickeltisch wird zu einem Ort für Blickkontakt, kleine Gespräche und erstes Lächeln.

Nach oben scrollen