Elterngeld beantragen: Schritt für Schritt

Elterngeld beantragen klingt nach viel Papierkram, und ehrlich gesagt ist es das auch ein bisschen. Mit etwas Vorbereitung lässt sich der Antrag aber gut bewältigen, oft schon in den letzten Wochen der Schwangerschaft. Elterngeld soll einen Teil des Einkommens ersetzen, das wegfällt, wenn du dich nach der Geburt um dein Kind kümmerst. Hier erfährst du, wie der Ablauf grundsätzlich aussieht. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.

Schritt 1: Die richtige Stelle finden

Zuständig ist die Elterngeldstelle in deinem Bundesland, oft angesiedelt bei der Stadt, dem Landkreis oder einer Landesbehörde. In vielen Bundesländern kannst du den Antrag online über das Portal ElterngeldDigital ausfüllen. Anderswo gibt es Formulare zum Herunterladen oder auf Papier. Auf der Website deiner Elterngeldstelle erfährst du, welcher Weg bei dir gilt und welche Formulare du brauchst.

Schritt 2: Die Bezugsmonate planen

Bevor du das Formular ausfüllst, solltet ihr als Eltern gemeinsam überlegen, wer wann Elterngeld bezieht. Es gibt verschiedene Varianten, die sich kombinieren lassen:

  • Basiselterngeld: die klassische Form für die ersten Lebensmonate
  • ElterngeldPlus: geringerer Monatsbetrag über einen längeren Zeitraum, besonders interessant, wenn du in Teilzeit arbeitest
  • Partnerschaftsbonus: zusätzliche Monate, wenn beide Eltern gleichzeitig in einem bestimmten Stundenumfang in Teilzeit arbeiten

Die Regeln, etwa zu gleichzeitigem Bezug, zu Einkommensgrenzen und zur Zahl der Monate, wurden in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Informiere dich deshalb über den aktuellen Stand bei der Elterngeldstelle oder auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums. Dort gibt es auch einen Elterngeldrechner und einen Planer.

Schritt 3: Unterlagen zusammenstellen

Welche Nachweise genau verlangt werden, hängt von deiner Situation ab. Häufig gehören dazu:

  • die Geburtsurkunde deines Kindes, oft gibt es vom Standesamt eine eigene Ausfertigung für das Elterngeld
  • Einkommensnachweise, etwa Gehaltsabrechnungen aus dem maßgeblichen Zeitraum vor der Geburt
  • bei Selbstständigkeit in der Regel der letzte Steuerbescheid oder eine Gewinnermittlung
  • eine Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld und eine Bescheinigung des Arbeitgebers über den Zuschuss
  • bei Teilzeit während des Elterngeldbezugs eine Bestätigung über die Arbeitszeit
  • Kopien der Ausweise beider Eltern und deine Bankverbindung

Tipp: Leg dir schon in der Schwangerschaft eine Mappe an und sammle Gehaltsabrechnungen. Das spart nach der Geburt Zeit und Nerven.

Schritt 4: Den Antrag rechtzeitig stellen

Den Antrag kannst du erst nach der Geburt einreichen, weil die Geburtsurkunde benötigt wird. Warte damit aber nicht zu lange: Elterngeld wird rückwirkend nur für die letzten drei Lebensmonate vor dem Monat gezahlt, in dem der Antrag eingeht. Wer später beantragt, verliert also unter Umständen Geld. Jeder Elternteil stellt grundsätzlich einen eigenen Antrag, ihr könnt aber auch einen gemeinsamen Antrag einreichen. In der Regel unterschreibt auch der andere Elternteil. Prüfe vor dem Absenden, ob alle Angaben vollständig sind, denn fehlende Unterlagen verzögern die Bearbeitung.

Schritt 5: Bescheid prüfen

Nach der Bearbeitung bekommst du einen schriftlichen Bescheid. Schau ihn dir genau an: Stimmen die Bezugsmonate, das berücksichtigte Einkommen und der Betrag? Wenn du Fehler entdeckst oder nicht einverstanden bist, kannst du innerhalb der im Bescheid genannten Frist Widerspruch einlegen. Änderungen der Bezugsmonate sind unter bestimmten Bedingungen auch später noch möglich.

Fazit: Früh vorbereiten, zügig einreichen

Elterngeld beantragen gelingt am entspanntesten, wenn du schon vor der Geburt planst und die Unterlagen sammelst. Bei Fragen helfen die Elterngeldstelle, Beratungsstellen für Familien oder bei komplizierten Einkommensverhältnissen auch eine Steuerberatung. Dieser Überblick ersetzt keine individuelle Beratung, aber er hilft dir, gut vorbereitet loszulegen.

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