Stillprobleme lösen zu können, wünschen sich viele Mütter in den ersten Wochen nach der Geburt, denn sie gehören zu den ersten großen Herausforderungen. Stillen ist natürlich, aber nicht automatisch einfach. Wunde Brustwarzen und Milchstau kommen besonders in den ersten Wochen häufig vor. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Unterstützung lassen sie sich oft schnell lindern, und du musst da nicht allein durch.
Wunde Brustwarzen: Ursachen finden
Ein leichtes Ziehen in den ersten Tagen ist verbreitet. Anhaltende Schmerzen, Risse oder Blutungen sind aber kein normaler Teil des Stillens. Die häufigste Ursache ist, dass dein Baby nicht optimal angelegt ist und nur die Brustwarze statt einem großen Teil des Warzenhofs im Mund hat. Auch ein verkürztes Zungenbändchen oder ein falsches Lösen von der Brust können eine Rolle spielen.
Darum ist der wichtigste Schritt: Lass das Anlegen von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin anschauen. Oft genügen kleine Veränderungen bei Haltung und Position, und die Schmerzen werden deutlich weniger.
Was bei wunden Brustwarzen hilft
- Richtig anlegen: Bauch an Bauch, der Mund deines Babys weit geöffnet, Lippen nach außen gestülpt
- Sanft lösen: Schieb einen sauberen Finger in den Mundwinkel, bevor du dein Baby von der Brust nimmst
- Positionen wechseln: So werden unterschiedliche Stellen der Brustwarze belastet
- Muttermilch auftragen: Nach dem Stillen ein paar Tropfen auf der Brustwarze antrocknen lassen
- Luft ranlassen: Stilleinlagen regelmäßig wechseln und die Brust ab und zu an der Luft lassen
- Pflege nach Rücksprache: Hebammen empfehlen manchmal spezielle Brustwarzensalben oder Auflagen
Milchstau: Was steckt dahinter?
Bei einem Milchstau fließt die Milch in einem Bereich der Brust nicht richtig ab. Du spürst dann eine schmerzhafte, verhärtete Stelle, die gerötet und warm sein kann. Ursachen sind zum Beispiel lange Stillpausen, ein zu enger BH, Druck durch eine Tasche oder ein Baby, das die Brust nicht gut leert. Auch Stress und Erschöpfung können eine Rolle spielen.
Häufig helfen diese Maßnahmen:
- Häufig anlegen, möglichst an der betroffenen Seite zuerst
- Das Kinn deines Babys in Richtung der verhärteten Stelle ausrichten
- Vor dem Stillen Wärme, zum Beispiel ein warmer Waschlappen, kann den Milchfluss fördern
- Nach dem Stillen Kühlen, etwa mit einem kühlen Tuch, kann die Schwellung lindern
- Viel Ruhe, ausreichend trinken und so viel liegen wie möglich
- Enge Kleidung und Druck auf die Brust vermeiden
Fester Druck oder kräftiges Massieren der verhärteten Stelle wird heute eher nicht mehr empfohlen, weil es das Gewebe zusätzlich reizen kann. Frag deine Hebamme, welche sanften Techniken sie dir zeigt. Bessert sich ein Milchstau nicht innerhalb kurzer Zeit, solltest du dich melden.
Wann zur Hebamme oder zum Arzt?
Aus einem Milchstau kann sich eine Brustentzündung entwickeln. Hol dir bitte zeitnah ärztliche Hilfe oder ruf deine Hebamme an, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:
- Fieber, Schüttelfrost oder ein Gefühl wie bei einer Grippe
- Die Rötung breitet sich aus oder die Brust wird sehr heiß und schmerzhaft
- Die Beschwerden bessern sich trotz Maßnahmen nach etwa einem Tag nicht
- Eiter oder Blut kommen aus der Brustwarze
- Risse heilen nicht ab oder sehen entzündet aus
Bei einer Brustentzündung musst du in der Regel nicht abstillen. Welche Behandlung und welche Medikamente in der Stillzeit geeignet sind, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Nimm keine Medikamente auf eigene Faust.
Hilfe annehmen lohnt sich
Neben deiner Hebamme kannst du dich an zertifizierte Stillberaterinnen oder ehrenamtliche Stillgruppen in deiner Nähe wenden. Viele Probleme lassen sich mit einem geschulten Blick in kurzer Zeit lösen. Und falls Stillen für dich trotz aller Unterstützung nicht passt, ist auch das in Ordnung. Dein Baby braucht eine Mutter, die gut für sich sorgen kann.
