Pre-Nahrung für Babys ist für viele Familien die erste Wahl, wenn ein Baby nicht oder nicht voll gestillt wird. Doch im Drogerieregal stehen Pre, 1, 2, 3, HA, Comfort und vieles mehr. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Wir erklären dir, was hinter den Bezeichnungen steckt und worauf es wirklich ankommt.
Was ist Pre-Nahrung?
Säuglingsanfangsnahrung ist in der EU streng geregelt und so zusammengesetzt, dass sie den Bedarf eines gesunden Babys in den ersten Monaten deckt. Pre-Nahrung ist die Variante, die der Muttermilch in ihrer Zusammensetzung am ähnlichsten sein soll. Als Kohlenhydrat enthält sie in der Regel nur Milchzucker, also Laktose. Dadurch ist sie dünnflüssig und kann ähnlich wie Muttermilch nach Bedarf gefüttert werden.
Pre-Nahrung kann dein Baby grundsätzlich das gesamte erste Lebensjahr lang bekommen, auch dann noch, wenn es schon Beikost isst. Ein Wechsel auf eine andere Sorte ist nicht nötig.
Pre, 1, 2 und 3 im Vergleich
- Pre-Nahrung: Anfangsnahrung ab Geburt, meist nur Laktose als Kohlenhydrat, nach Bedarf fütterbar
- 1er-Nahrung: Ebenfalls Anfangsnahrung ab Geburt, kann zusätzlich Stärke oder andere Kohlenhydrate enthalten und ist dadurch sämiger
- 2er-Nahrung (Folgenahrung): Für Babys, die schon Beikost bekommen, meist ab etwa dem siebten Monat
- 3er-Nahrung und Kindermilch: Für ältere Babys und Kleinkinder gedacht
Viele Fachleute in Deutschland weisen darauf hin, dass Folgenahrung und spezielle Kindermilch nicht notwendig sind. Ob ein Wechsel für dein Kind sinnvoll ist, kannst du bei der nächsten Vorsorge mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt besprechen. Häufig ist es einfacher, bei der Pre-Nahrung zu bleiben, die dein Baby gut verträgt.
HA-Nahrung und Spezialnahrungen
HA steht für hypoallergen. Bei dieser Nahrung ist das Milcheiweiß in kleinere Bausteine aufgespalten. Sie wurde lange für Babys mit erhöhtem Allergierisiko empfohlen, etwa wenn Eltern oder Geschwister Allergien haben. Die Einschätzung dazu hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Ob HA-Nahrung für dein Baby sinnvoll ist, solltest du deshalb mit deiner Kinderarztpraxis besprechen.
Daneben gibt es Spezialnahrungen, etwa bei Kuhmilchallergie, starkem Spucken oder Verdauungsproblemen. Diese sollten nur nach ärztlicher Rücksprache gefüttert werden. Selbst hergestellte Babymilch, zum Beispiel aus Tiermilch oder pflanzlichen Drinks, ist für Säuglinge nicht geeignet.
Sicher zubereiten
Bei der Zubereitung kommt es auf Sorgfalt an, denn Babys reagieren empfindlich auf Keime und falsche Mengen.
- Vor der Zubereitung gründlich Hände waschen
- Die Angaben auf der Packung genau einhalten, Pulver nicht zusätzlich häufen oder strecken
- Jede Flasche frisch zubereiten und Reste nicht aufbewahren
- Die Temperatur vor dem Füttern am Handgelenk prüfen
- Flaschen und Sauger nach jedem Gebrauch gründlich reinigen
- Frag deine Hebamme, welches Wasser bei euch geeignet ist und ob es abgekocht werden sollte, besonders bei alten Hausleitungen
Wann zum Kinderarzt?
Sprich mit deiner Kinderarztpraxis, wenn dein Baby die Nahrung immer wieder heftig erbricht, Blut im Stuhl hat, auffällige Hautausschläge bekommt, sehr viel schreit, nicht gut zunimmt oder weniger nasse Windeln hat. Wechsle die Sorte nicht ständig auf eigene Faust, sondern lass die Ursache abklären.
Ob Muttermilch, Pre-Nahrung oder beides: Hauptsache, dein Baby ist satt, wächst gut und ihr fühlt euch beim Füttern wohl. Nähe und Blickkontakt kannst du beim Fläschchen genauso schenken wie beim Stillen. Halte dein Baby dabei nah an deinem Körper, schau es an und lass dir Zeit. So wird jede Mahlzeit auch zu einem Moment der Verbindung.
