Elterngeld berechnen: So viel bekommst du

Elterngeld berechnen ist für viele werdende Eltern einer der wichtigsten Schritte bei der Finanzplanung. Schließlich willst du wissen, mit wie viel Geld ihr in den ersten Monaten mit Baby rechnen könnt. Die genaue Berechnung ist komplex und hängt von vielen Einzelheiten ab. Das Grundprinzip lässt sich aber gut verstehen. Hier bekommst du einen Überblick. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.

Das Grundprinzip: Ersatz für wegfallendes Einkommen

Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung. Es ersetzt einen Teil des Nettoeinkommens, das dir fehlt, weil du nach der Geburt weniger oder gar nicht arbeitest. Grundlage ist dein durchschnittliches Einkommen aus einem festgelegten Zeitraum vor der Geburt, bei Angestellten meist die zwölf Monate davor. Bei Selbstständigen wird in der Regel der letzte abgeschlossene Veranlagungszeitraum herangezogen. Monate mit Mutterschaftsgeld oder bestimmte andere Monate können dabei unter Umständen ausgeklammert werden.

Welche Faktoren die Höhe beeinflussen

Wie viel Elterngeld du am Ende bekommst, hängt unter anderem davon ab:

  • Dein Einkommen vor der Geburt: Je höher das maßgebliche Nettoeinkommen, desto höher fällt das Elterngeld aus. In der Regel ersetzt es rund zwei Drittel, bei niedrigen Einkommen anteilig mehr.
  • Mindest- und Höchstbetrag: Es gibt einen Mindestbetrag, den auch Eltern ohne vorheriges Einkommen erhalten, und einen Höchstbetrag.
  • Steuerklasse und Abzüge: Für die Berechnung wird ein pauschaliertes Netto ermittelt. Die Steuerklasse spielt dabei eine Rolle.
  • Einkommen während des Bezugs: Arbeitest du in Teilzeit, wird dein neues Einkommen angerechnet und das Elterngeld fällt geringer aus.
  • Geschwister und Mehrlinge: Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es einen Geschwisterbonus oder einen Zuschlag bei Mehrlingsgeburten.
  • Mutterschaftsleistungen: Mutterschaftsgeld und der Arbeitgeberzuschuss werden auf das Elterngeld angerechnet.

Die konkreten Prozentsätze, Beträge und Einkommensgrenzen sind gesetzlich festgelegt und können sich ändern. Prüfe deshalb den aktuellen Stand, bevor du fest damit planst.

Basiselterngeld oder ElterngeldPlus?

Beim Basiselterngeld bekommst du den vollen Monatsbetrag für eine begrenzte Zahl an Monaten. Beim ElterngeldPlus ist der Monatsbetrag höchstens halb so hoch, dafür kannst du es doppelt so lange beziehen. Das lohnt sich vor allem, wenn du während des Bezugs in Teilzeit arbeitest, weil das Einkommen dann weniger stark ins Gewicht fällt. Beide Varianten lassen sich kombinieren. Welche Aufteilung für euch am günstigsten ist, hängt stark von eurer Situation ab. Plant dabei nicht nur nach dem höchsten Gesamtbetrag, sondern auch danach, wie ihr Betreuung, Beruf und Erholung in den ersten Monaten verteilen wollt.

So schätzt du dein Elterngeld realistisch ab

Für eine erste Orientierung bietet das Bundesfamilienministerium einen offiziellen Elterngeldrechner im Internet an. Damit kannst du verschiedene Szenarien durchspielen, etwa unterschiedliche Aufteilungen zwischen euch als Eltern oder Teilzeit während des Bezugs. Halte dafür deine Gehaltsabrechnungen bereit. Das Ergebnis ist eine Schätzung, verbindlich ist erst der Bescheid der Elterngeldstelle.

Bei komplexeren Fällen, etwa bei gemischtem Einkommen aus Anstellung und Selbstständigkeit, Wechsel der Steuerklasse oder Einkommen aus dem Ausland, lohnt sich eine Beratung. Anlaufstellen sind die Elterngeldstelle, Familienberatungsstellen oder eine Steuerberatung. Gerade bei Fragen zum Steuerklassenwechsel solltest du dich frühzeitig informieren, da hier bestimmte Fristen gelten.

Fazit: Rechnen lohnt sich frühzeitig

Wer sein Elterngeld berechnen möchte, sollte mit dem offiziellen Rechner beginnen und verschiedene Varianten ausprobieren. So bekommst du ein Gefühl für eure finanzielle Lage nach der Geburt. Für verbindliche Auskünfte ist die Elterngeldstelle zuständig. Dieser Überblick ersetzt keine individuelle Beratung.

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