Wann steht welche Spritze an, wie viele Termine kommen auf euch zu und was ist 2026 neu? Beim Thema Impfungen Baby verlieren viele Eltern schnell den Überblick. Dieser Ratgeber ordnet den aktuellen Impfkalender der STIKO für das erste und zweite Lebensjahr sachlich ein, erklärt den Ablauf in der Praxis und zeigt dir, wie du Impftermine geschickt mit den U-Untersuchungen verbindest.
Impfungen Baby: Warum der frühe Schutz so wichtig ist
Säuglinge haben ein noch unreifes Immunsystem. Krankheiten wie Keuchhusten, Infektionen mit Haemophilus influenzae Typ b (Hib) oder Pneumokokken verlaufen gerade in den ersten Lebensmonaten oft besonders schwer. Der Nestschutz durch Antikörper der Mutter lässt nach der Geburt schnell nach und wirkt nicht gegen alle Erreger.
Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, mit den ersten Impfungen bereits ab einem Alter von sechs Wochen zu beginnen. Die Empfehlungen beruhen auf einer systematischen Bewertung von Nutzen und Risiken und werden jedes Jahr überprüft. Die aktuelle Fassung erschien im Januar 2026 im Epidemiologischen Bulletin 4/2026.
Ob und wann ihr impfen lasst, entscheidet ihr als Eltern. In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht – mit einer Ausnahme: Für den Besuch von Kita oder Tagespflege verlangt das Masernschutzgesetz einen Nachweis über den Masernschutz.
Der Impfkalender 2026 für das 1. und 2. Lebensjahr
Die folgende Übersicht fasst die Standardimpfungen nach dem Impfkalender des RKI zusammen. Die genauen Termine legt deine Kinderarztpraxis fest – kleine Verschiebungen sind normal.
| Alter | Empfohlene Impfung oder Prophylaxe |
|---|---|
| Geburt bis Herbst | RSV-Prophylaxe mit Antikörpern (einmalig, je nach Geburtsmonat) |
| ab 6 Wochen | Rotaviren (Schluckimpfung, 1. Dosis) |
| 2 Monate | 6-fach-Impfung, Pneumokokken, Meningokokken B, Rotaviren (2. Dosis) |
| 3 Monate | Rotaviren (3. Dosis, je nach Impfstoff); bei Frühgeborenen zusätzlich 6-fach und Pneumokokken |
| 4 Monate | 6-fach-Impfung, Pneumokokken, Meningokokken B |
| 11 Monate | 6-fach-Impfung, Pneumokokken (jeweils Abschluss), Masern-Mumps-Röteln und Windpocken (1. Dosis) |
| 12 Monate | Meningokokken B (3. Dosis) |
| 15 Monate | Masern-Mumps-Röteln und Windpocken (2. Dosis) |
Die vollständige Tabelle mit allen Fußnoten findest du direkt im Impfkalender des Robert Koch-Instituts. Dort steht der Kalender auch in mehreren Sprachen zum Ausdrucken bereit.
Was sich 2026 geändert hat
Die bisher empfohlene Meningokokken-C-Impfung im Alter von 12 Monaten entfällt. Stattdessen empfiehlt die STIKO seit 2026 allen Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren eine Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff gegen die Meningokokken-Gruppen A, C, W und Y. Hat dein Kind die MenC-Impfung bereits erhalten, ist das kein Problem – sie muss nicht nachgeholt oder wiederholt werden.
Impfungen Baby: Die einzelnen Impfungen im Überblick
Hinter den Terminen stecken unterschiedliche Impfstoffe. Hier erfährst du kurz, wogegen sie schützen und was du jeweils wissen solltest.
Rotaviren: Schluckimpfung gegen schweren Brechdurchfall
Rotaviren gehören zu den häufigsten Ursachen für schweren Magen-Darm-Infekt bei Babys. Die Impfung bekommt dein Kind als Tropfen in den Mund. Je nach Impfstoff sind zwei oder drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen nötig.
Wichtig ist der frühe Start ab der sechsten Lebenswoche: Die Impfserie muss bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein. Ein früher Beginn ist auch deshalb sinnvoll, weil das ohnehin sehr seltene Risiko einer Darmeinstülpung bei älteren Säuglingen etwas höher liegt.
6-fach-Impfung
Der Kombinationsimpfstoff schützt mit einem Piks gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Hib, Kinderlähmung (Polio) und Hepatitis B. Reifgeborene erhalten ihn nach dem sogenannten 2+1-Schema mit 2, 4 und 11 Monaten. Frühgeborene bekommen eine zusätzliche Dosis mit 3 Monaten.
Pneumokokken
Pneumokokken können Lungen-, Mittelohr- und Hirnhautentzündungen auslösen. Die Impfung erfolgt meist am selben Termin wie die 6-fach-Impfung, also mit 2, 4 und 11 Monaten, bei Frühgeborenen ebenfalls mit einer zusätzlichen Dosis.
Meningokokken B
Seit 2024 gehört die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe B zu den Standardimpfungen. Sie ist für Säuglinge mit 2, 4 und 12 Monaten vorgesehen und kann bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden.
Nach dieser Impfung tritt bei Säuglingen häufiger Fieber auf, vor allem in Kombination mit anderen Impfungen. Frag deine Kinderarztpraxis, ob vorbeugend ein fiebersenkendes Mittel sinnvoll ist und wie du es dosierst.
Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMR-V)
Mit 11 und 15 Monaten erhält dein Kind die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen). Bei der ersten Dosis bevorzugt die STIKO meist zwei getrennte Spritzen am selben Termin, weil der Vierfach-Kombinationsimpfstoff bei der Erstimpfung mit einem leicht erhöhten Risiko für Fieberkrämpfe verbunden ist. Für die zweite Dosis kann der MMR-V-Kombinationsimpfstoff verwendet werden.
Für die Kita brauchst du einen Nachweis: Kinder ab einem Jahr benötigen mindestens eine, ab zwei Jahren zwei Masernimpfungen.
RSV-Prophylaxe: Antikörper statt klassischer Impfung
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist der häufigste Grund für Krankenhausaufenthalte wegen Atemwegsinfekten im ersten Lebensjahr. Die STIKO empfiehlt allen Neugeborenen und Säuglingen in ihrer ersten RSV-Saison eine einmalige Gabe eines lang wirksamen Antikörpers. Das ist eine passive Immunisierung: Dein Kind bekommt fertige Abwehrstoffe, statt sie selbst zu bilden.
- Geboren zwischen April und September: Gabe möglichst im Herbst vor Beginn der Saison, etwa zwischen September und November.
- Geboren während der Saison (meist Oktober bis März): möglichst rasch nach der Geburt, idealerweise noch in der Geburtsklinik oder bei der U2.
- Wurde in der Schwangerschaft gegen RSV geimpft, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob dein Baby zusätzlich Antikörper braucht.
Details beantwortet das RKI in seinen häufigen Fragen zur RSV-Prophylaxe.

So läuft ein Impftermin ab
Ein Impftermin dauert meist nur wenige Minuten. Mit etwas Vorbereitung wird er für dich und dein Kind entspannter.
- Aufklärung: Die Ärztin oder der Arzt erklärt, welche Impfungen anstehen, und fragt nach Vorerkrankungen, Allergien und Reaktionen auf frühere Impfungen. Nutze die Gelegenheit für deine Fragen.
- Kurzer Check: Dein Kind wird kurz untersucht. Ein leichter Schnupfen ohne Fieber ist in der Regel kein Grund, die Impfung zu verschieben.
- Impfung: Die meisten Impfstoffe werden in den Oberschenkelmuskel gespritzt, die Rotavirus-Impfung als Tropfen gegeben. Mehrere Impfungen an einem Termin sind üblich und gut untersucht.
- Trösten: Stillen, die Flasche oder Körperkontakt während und direkt nach dem Piks können den Schmerz spürbar lindern.
- Dokumentation: Jede Impfung wird mit Datum, Impfstoff und Chargennummer in den Impfpass eingetragen.
Tipps für einen entspannten Piks
- Plane den Termin so, dass dein Baby ausgeschlafen und satt, aber nicht übermüdet ist.
- Zieh deinem Kind Kleidung an, die sich am Bein schnell öffnen lässt.
- Bleib selbst ruhig: Dein Baby spürt deine Anspannung.
- Nimm Schnuller, Kuscheltuch oder Spucktuch mit – Vertrautes gibt Sicherheit.
Bleib nach der Impfung noch etwa 15 bis 20 Minuten in der Nähe der Praxis. So kann bei einer der sehr seltenen allergischen Sofortreaktionen schnell geholfen werden.
Impfungen Baby: Welche Nebenwirkungen normal sind
Impfreaktionen zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Sie klingen meist nach ein bis drei Tagen ab. Häufig sind:
- Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle
- erhöhte Temperatur oder Fieber, vor allem nach der Meningokokken-B-Impfung
- Unruhe, mehr Weinen, Müdigkeit oder weniger Appetit
- nach der Rotavirus-Impfung gelegentlich dünnerer Stuhl oder Erbrechen
- etwa ein bis zwei Wochen nach der MMR-V-Impfung manchmal leichtes Fieber oder ein schwacher Hautausschlag („Impfmasern“), der nicht ansteckend ist
Viel Nähe, häufiges Anlegen oder Füttern und leichte Kleidung helfen. Bei Fieber findest du in unserem Ratgeber zu Fieber beim Baby konkrete Tipps zum Messen und Senken.
Wann du ärztlichen Rat brauchst
Ruf deine Kinderarztpraxis oder außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 an, wenn dein Baby
- Fieber über 39 °C hat oder Fieber länger als zwei Tage anhält,
- ungewöhnlich schrill und anhaltend über Stunden schreit,
- nach der Rotavirus-Impfung starke Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen oder Blut im Stuhl hat,
- eine stark zunehmende, heiße Schwellung an der Einstichstelle entwickelt.
Wähle sofort den Notruf 112 bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht, Krampfanfall oder wenn dein Kind schlaff und kaum ansprechbar ist. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Ärztinnen und Ärzte melden einen Verdacht an das Paul-Ehrlich-Institut, das die Sicherheit der Impfstoffe überwacht.
Impfpass und Termine: So behältst du den Überblick
Der Impfpass ist das wichtigste Dokument zum Impfschutz deines Kindes. Bewahre ihn gemeinsam mit dem Gelben Heft der Kinder-Untersuchungen auf und nimm beide zu jedem Termin mit. Für die Kita brauchst du ihn als Nachweis über den Masernschutz.
Checkliste: Impfungen Baby im Blick behalten
- Fotografiere die beschrifteten Seiten als Sicherheitskopie.
- Trage die nächsten Termine direkt nach jedem Besuch in deinen Kalender ein.
- Geht der Impfpass verloren, kann die Praxis anhand ihrer Unterlagen einen neuen ausstellen.
- Ein verpasster Termin ist kein Grund zur Sorge: Eine begonnene Impfserie muss nicht neu gestartet werden, sie wird einfach fortgesetzt.

Impfungen Baby und U-Untersuchungen clever verknüpfen
Viele Kinderarztpraxen kombinieren die Impfungen deines Babys mit den Früherkennungsuntersuchungen. So sparst du Wege und dein Kind muss seltener in die Praxis. Bei jeder U-Untersuchung wird außerdem der Impfstatus geprüft.
| Untersuchung | Zeitraum | Passende Impfungen |
|---|---|---|
| U2 | 3.–10. Lebenstag | RSV-Prophylaxe bei Geburt in der Saison |
| U3 | 4.–5. Lebenswoche | Impfberatung, Planung der ersten Termine |
| U4 | 3.–4. Lebensmonat | oft die Impfungen mit 4 Monaten |
| U5 | 6.–7. Lebensmonat | Kontrolle, ggf. Nachholimpfungen |
| U6 | 10.–12. Lebensmonat | Impfungen mit 11 Monaten, evtl. MenB mit 12 Monaten |
| U7 | 21.–24. Lebensmonat | Kontrolle des Impfpasses, Lücken schließen |
Die Termine mit 2 und 15 Monaten fallen meist nicht auf eine U-Untersuchung und werden separat vereinbart. Dein Kind kann geimpft werden, auch wenn es wegen Zahnens gerade quengelig ist – sprich bei Unsicherheit einfach mit deiner Praxis.
Kosten und Beratung rund um Impfungen Baby
Alle von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen und die RSV-Prophylaxe für Säuglinge übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Private Versicherungen erstatten sie in der Regel ebenfalls. Unabhängige Informationen zu den einzelnen Impfungen bietet das Portal infektionsschutz.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit.
Wenn du Bedenken hast, sprich sie offen an. Gute Kinderärztinnen und Kinderärzte nehmen sich Zeit für deine Fragen – ein informiertes Gespräch ist die beste Grundlage für deine Entscheidung.
Fazit: Gut geplant ist halb geschützt
Beim Thema Impfungen Baby geht es im ersten und zweiten Lebensjahr um eine überschaubare Zahl an Terminen: mit 2, 4, 11, 12 und 15 Monaten, dazu die Rotavirus-Schluckimpfung und die RSV-Prophylaxe. Neu seit 2026 ist der Wegfall der Meningokokken-C-Impfung im Kleinkindalter. Wer die Termine mit den U-Untersuchungen verknüpft und den Impfpass griffbereit hält, behält den Überblick und schützt sein Kind früh vor schweren Erkrankungen.
Häufige Fragen
Ab wann bekommt ein Baby die ersten Impfungen?
Die erste Rotavirus-Schluckimpfung ist ab einem Alter von sechs Wochen möglich. Die 6-fach-Impfung, die Pneumokokken- und die Meningokokken-B-Impfung folgen mit zwei Monaten. Die RSV-Prophylaxe kann je nach Geburtsmonat schon direkt nach der Geburt erfolgen.
Wie viele Impftermine braucht mein Baby im ersten Jahr?
Bei Reifgeborenen sind es in der Regel Termine mit etwa 6 Wochen, 2, 3 (je nach Rotavirus-Impfstoff), 4 und 11 Monaten. Hinzu kommt bei Bedarf ein Termin für die RSV-Prophylaxe im Herbst. Im zweiten Lebensjahr folgen die Termine mit 12 und 15 Monaten.
Darf mein Baby mit Schnupfen geimpft werden?
Ein leichter Infekt ohne Fieber ist in der Regel kein Grund, eine Impfung zu verschieben. Bei Fieber über 38,5 °C oder einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung wird die Impfung meist verschoben. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt nach einer kurzen Untersuchung.
Wird die Meningokokken-C-Impfung bei Babys noch empfohlen?
Nein. Mit den STIKO-Empfehlungen 2026 entfällt die Meningokokken-C-Impfung im Alter von 12 Monaten. Stattdessen sollen Jugendliche mit 12 bis 14 Jahren eine Impfung gegen die Meningokokken-Gruppen A, C, W und Y erhalten. Die Meningokokken-B-Impfung im Säuglingsalter bleibt empfohlen.
Was mache ich, wenn wir einen Impftermin verpasst haben?
Vereinbare einfach zeitnah einen neuen Termin. Eine begonnene Impfserie muss nicht von vorn beginnen, sondern wird fortgesetzt. Achte nur bei der Rotavirus-Impfung auf die Altersgrenzen, denn sie lässt sich nicht beliebig nachholen.
