Blähungen beim Baby sind ein Thema, das fast alle Eltern in den ersten Monaten beschäftigt. Dein Kind weint, läuft rot an, zieht die Beine an und lässt sich kaum beruhigen. Das ist belastend, oft für dich genauso wie für dein Baby. Hilfreich zu wissen: Der Verdauungstrakt muss sich nach der Geburt erst einspielen, und vieles bessert sich mit der Zeit von allein. Bis dahin gibt es einige sanfte Wege, deinem Baby Erleichterung zu verschaffen.
Woher die Luft im Bauch kommt
Babys schlucken beim Trinken und Schreien Luft. Gleichzeitig ist ihre Verdauung noch unreif, die Darmflora baut sich gerade erst auf. Das kann zu Druck im Bauch führen. Nicht jedes Weinen ist aber ein Zeichen für Blähungen. Viele Babys haben in den ersten Wochen Phasen, in denen sie viel schreien, oft am späten Nachmittag oder Abend. Fachleute sprechen dabei von unstillbarem Schreien oder sogenannten Dreimonatskoliken. Ob tatsächlich der Bauch die Ursache ist, lässt sich nicht immer sicher sagen.
Sanfte Hilfen für den Alltag
Diese Maßnahmen sind einfach umzusetzen und für die meisten Babys gut geeignet:
- Bäuerchen machen lassen: Halte dein Baby nach dem Trinken und bei Flaschennahrung gern auch zwischendurch aufrecht an deiner Schulter.
- Bauchmassage: Streiche mit warmen Händen sanft im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel. Das entspricht dem Verlauf des Darms. Am besten in einer ruhigen, wachen Phase und nicht direkt nach dem Trinken.
- Fliegergriff: Lege dein Baby bäuchlings auf deinen Unterarm, das Köpfchen in deiner Ellenbeuge. Die Wärme und der leichte Druck tun vielen Babys gut.
- Fahrradfahren: Bewege die Beinchen in Rückenlage langsam wie beim Radfahren oder drücke die Knie behutsam Richtung Bauch.
- Wärme: Deine warme Hand auf dem Bäuchlein oder Hautkontakt beruhigen. Wärmflaschen und Kirschkernkissen nur sehr vorsichtig, da Babyhaut schnell verbrennt.
- Trinktechnik prüfen: Beim Stillen hilft ein gutes Anlegen. Bei der Flasche sollte die Saugergröße passen, damit dein Baby nicht hastig trinkt.
Wenn du stillst, musst du nicht vorsorglich auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Fällt dir ein klarer Zusammenhang auf, kannst du das mit deiner Hebamme oder Stillberaterin besprechen, bevor du deinen Speiseplan einschränkst.
Was ist mit Tropfen und Tees?
In der Apotheke gibt es verschiedene Mittel gegen Blähungen. Ihre Wirkung ist unterschiedlich gut belegt, und nicht jedes Produkt eignet sich für jedes Alter. Tees mit Zucker oder Honig sind für Babys ungeeignet, Honig sogar ausdrücklich im ersten Lebensjahr. Frag deshalb immer in der Kinderarztpraxis oder Apotheke nach, bevor du deinem Baby etwas gibst. Auch ein Wechsel der Säuglingsnahrung sollte nicht auf eigene Faust erfolgen.
Wann zum Kinderarzt?
Blähungen sind meist harmlos. Lass dein Baby aber zeitnah untersuchen, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:
- Fieber, besonders bei Babys unter drei Monaten (ab 38 °C)
- Wiederholtes, schwallartiges Erbrechen oder grünliches Erbrochenes
- Blut oder Schleim im Stuhl, sehr harter Stuhl oder anhaltender Durchfall
- Ein harter, aufgeblähter Bauch, der bei Berührung stark schmerzt
- Dein Baby trinkt schlecht, nimmt nicht zu oder hat deutlich weniger nasse Windeln
- Es wirkt apathisch, schrill schreiend oder ganz anders als sonst
Auch wenn keine Warnzeichen vorliegen, du aber am Ende deiner Kräfte bist, darfst du dir Hilfe holen. Viele Städte haben Schreiambulanzen oder Beratungsstellen. Wichtig: Wenn die Anspannung zu groß wird, leg dein Baby sicher in sein Bett, verlass kurz den Raum und atme durch. Ein Baby niemals schütteln.
Fazit: Nähe, Geduld und ein Blick fürs Wesentliche
Blähungen beim Baby lassen sich nicht immer verhindern, aber oft lindern. Bauchmassage, Fliegergriff, Bäuerchen und viel Nähe sind einfache Helfer. Meist werden die Beschwerden in den ersten Lebensmonaten spürbar besser. Bis dahin gilt: Hol dir Unterstützung, sobald du sie brauchst.
